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24.04.2019 - Aufwendungen für "Herrenabende" einer Kanzlei

Aufwendungen für die Ausrichtung für Herrenabenden einer Kanzlei können bei privater Mitveranlassung nur zur Hälfte als Betriebsausgaben abgezogen werden (FG Düsseldorf 31.07.2018, 10 K 3355/16 F, U, NZB. BFH Vlll B 129/18).

Im Streitfall hatte eine Rechtsanwaltssozietät zu Veranstaltungen eingeladen, die im Garten eines der Partner stattfanden. Der Teilnehmerkreis bestand aus Mandanten, Geschäftsfreunden und Persönlichkeiten aus Verwaltung, Politik und Vereinen. Die Aufwendungen sollten der Pflege und Vorbereitung von Mandanden dienen. Das FG verweigerte den Abzug als Betriebsausgaben. Der steuerlichen Berücksichtigung stehe das Abzugsverbot für Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segel- oder Motorjachten und ähnliche Zwecke entgegen. Doch der BFH sah das anders und hob das Urteil auf. Das vom FG angenommene Abzugsverbot komme nur zur Anwendung, wenn den Gästen ein besonderes qualifiziertes Ambiente oder Unterhaltungsprogramm geboten werde.

Im zweiten Rechtsgang kam das FG nun zu der Beurteilung, dass die Aufwendungen für die Herrenabende gemischt veranlasst sind, weil sowohl Gäste aus dem privaten wie auch aus dem beruflichen Umfeld der Partner der Kanzlei teilgenommen hatten. Mangels konkreter Anhaltspunkte schätzte das FG den betrieblichen Anteil mit 50 Prozent.

PRAXISTIPP: Rechtsanwälte, Steuerberater oder andere Freiberufler, aber auch Gewerbetreibende, die zu Informationsveranstaltungen einladen, um neue Mandanten, Patienten oder Kunden zu gewinnen, müssen aufgrund des Besprechungsfalls nicht befürchten, dass die Aufwendungen vom FA nicht mehr anerkannt werden. Dies könne sich aber dann ändern, wenn Gäste ohne Betriebsbezug eingeladen werden.